Sozial-ökologische Transformation statt Green New Deal – Mobilitätswende ohne die Rezepte von gestern

Vortrag mit Diskussion – Präsenz- und Onlineveranstaltung

mit der Referentin Manuela Kropp, Projektmanagerin bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Büro Brüssel  (online aus Brüssel)
anschließend Podiumsdiskussion mit: Oliver Holzhauer, IG-Metall, Vertrauensmann VW Braunschweig,
Orhan Sat, Gewerkschaftssekretär bei ver.di Bezirk Region Süd-Ost- Niedersachsen, Fridays for Future Braunschweig (Emilie, angefragt), Extinction Rebellion Braunschweig (Ede)

Die Corona-Krise betrifft auch die Automobilindustrie und ihre 12 Mio. Beschäftigten in Europa in Produktion und Zulieferindustrie. Aber bereits vor der Pandemie befand sich die Automobilindustrie in der Krise mit weltweit sinkenden Absatzzahlen. Der Verkehrssektor ist für ein Viertel der CO2-Emissionen in der EU verantwortlich und hat wesentliche Bedeutung für die Erreichung der Klimaziele. Die mit einer Verkehrswende verbundenen Veränderungen in Produktion und Infrastruktur bieten ein großes Potential für die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Ein Umbau des Automobilsektors hin zu nachhaltiger Mobilität ist daher und dringend notwendig.[1]

Jedoch haben die Automobil- und Zulieferindustrie bereits kurz nach der Pandemie-Pause angekündigt, die Produktion wieder hochzufahren und die vereinbarten strengeren CO2-Grenzwerte vorerst auszusetzen. Aber nicht nur die Automobil-Lobby, auch die IG Metall beklagte aus Sorge um Arbeitsplatzverluste die im Konjunkturpaket der Bundesregierung fehlenden Kaufanreize für Fahrzeuge mit Verbrennermotoren. Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, in der Folge der Pandemie anders zu produzieren und zu arbeiten als vorher. So fordert der Gesprächskreis Zukunft Umwelt Auto Mobilität (ZAUM) der RLS: Konversion statt Rezepte von gestern![2]

Es droht ein neuer und rücksichtsloser Dreh an der Spirale der Motorisierung, des Ressourcenverbrauchs und der Schadstoffemission, wodurch die Grundproblematik verlängert und verschärft, ihre Lösung aber wiederum verschoben wird.

Auf dem ver.di-Bundeskongress 2019 in Leipzig wurde der Klimawandel als zentrales politisches Thema der Lohnabhängigen unserer Zeit diskutiert. Der Kongressbeschluss Nachhaltige Wirtschaft und aktiver Staat stellt fest: „Der ökologische Umbau kann nur gelingen, wenn die betroffenen Menschen mitgenommen werden. Unsere gewerkschaftliche Aufgabe ist es, betriebs- und tarifpolitisch dafür zu sorgen, dass die ökologische Transformation einher geht mit mehr guter Arbeit und sozialer Sicherheit. Dabei ist die Umweltbewegung ein wichtiger Bündnispartner. Der ökologische Umbau ist in erster Linie eine politische Gestaltungsaufgabe.“ [3]

Ansätze für gemeinsame Aktivitäten von Klimabewegung und ver.di gibt es bereits im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen im ÖPNV. Was ist noch notwendig, und welche Perspektiven tun sich auf?

Sich zu informieren, zu diskutieren dazu laden wir herzlich ein:

Zeit: Mittwoch, 5.11.2020, 18.00 Uhr – ca. 20.00 Uhr

Ort: Gewerkschaftshaus Braunschweig, Wilhelmstraße 5, 38100 Braunschweig

(Flyer als PDF-Datei)

Die Veranstaltung wird simultan mit dem Programm Zoom als interaktive Videokonferenz übertragen.
Für Online-Teilnehmende wird der Zugangslink nach der Anmeldung übersandt.

Um die Gesundheit aller Teilnehmer*innen zu schützen, gehen wir umsichtig und verantwortlich miteinander um und beachten die jeweils gültigen Bestimmungen zum Schutz vor Corona und das für den Veranstaltungsort geltende Hygienekonzept.

Dazu gehören u.a.:

  • das Führen einer Teilnehmer*innen-Liste
  • das Tragen einer Mund- Nasenbedeckung außerhalb des Sitzplatzes

Menschen, die ungeklärte Grippe-Symptome zeigen oder in Kontakt mit Covid 19-Infizierten gekommen sind, bitten wir von einem Besuch der Veranstaltung abzusehen.

Aufgrund der Beschränkung der Anzahl der Teilnehmer*innen ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich.

Anmeldung bitte bis zum 30.10.2020
per eMail an gramsci-tage@biap-braunschweig.de

oder postalisch an
BIAP c/o Norbert Kueß
Roonstraße 17
38102 Braunschweig

Die Braunschweiger Gramsci Tage finden seit 2007 jährlich statt. Sie verknüpfen aktuelle Debatten der gesellschaftlichen Linken mit der Vermittlung von theoriegeleiteten Fertigkeiten zur Analyse kapitalistischer Zusammenhänge. In der Tradition von Gramscis Philosophie der Praxis wollen sie einen Raum bieten, in dem sich die Aneignung von Wissen mit der Diskussion theoretischer und praktischer Probleme der Emanzipation von Herrschaft und Unterwerfung paart. Die 14. Braunschweiger Gramsci Tage erfolgen in Kooperation der Braunschweiger Initiative für eine andere Politik, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V., dem Deutschen Gewerkschaftsbund Region SüdOstNiedersachsen u. der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – Bezirksverband Braunschweig.

[1] Vgl. Kropp, Manula: Europäischer Automobilsektor – wir brauchen eine Mobilitätswende. (26.6.2020)
[2] Gesprächskreis Zukunft Auto Umwelt Mobiltät (ZAUM): Die Autoindustrie vor und nach „Corona“: Konversion statt Rezepte von gestern! (24.4.2020)
[3] ver.di: Aktiver Staat hat die Schlüsselrolle. (26.9.2019)

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