Gesundheit für alle oder Profite für wenige? Folgerungen aus der Corona-Krise für das Gesundheitssystem

Vortrag mit Diskussion – Präsenz- und Onlineveranstaltung

mit Dr. Nadja Rakowitz, Politikwissenschaftlerin, Geschäftsführerin des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte, aktiv in der Bildungsarbeit von ver.di und im Bündnis Krankenhaus statt Fabrik
und Antje Pohle, Krankenschwester im Klinikum Braunschweig und Sprecherin der Vertrauensleute der Gewerkschaft ver.di

Von der Corona-Krise war und ist der Gesundheitssektor in besonderer Weise betroffen. Die Beschäftigten konnten sich dem Infektionsrisiko im Lockdown nur schwer entziehen. Nicht wenige infizierten sich selbst. Als Zeichen der Anerkennung wurde ihrer Sorgearbeit das Attribut „systemrelevant“ angeheftet, und sie wurden öffentlich beklatscht. Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Lohnsituation steht aber nach wie vor aus. Sie ist auch Gegenstand des aktuellen Tarifstreites im öffentlichen Dienst.

Die Wirtschaftsdoktrin der letzten Jahrzehnte hat Gesundheit zur Ware degradiert. Die Folgen sind unübersehbar: In den Ländern, in denen der neoliberale Kahlschlag des Gesundheitssystems besonders massiv durchgesetzt worden war, waren die Kapazitäten der Versorgung schon bald nach Aufkommen der ersten Ausbreitungswelle heillos überfordert – mit katastrophalen Folgen. Aber auch in Deutschland war die Sorge um die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems eines der Hauptmotive für die restriktiven Maßnahmen beim Infektionsschutz.

Die Corona-Krise offenbart drastisch die Folgen der profitorientierten Ausrichtung des Gesundheitssektors.

  • Welches sind die Konsequenzen für die Beschäftigten und für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung?
  • Wie muss ein Gesundheitssystem organisiert sein, das als vorrangiges Ziel die allgemeine Förderung der Gesundheit verfolgt?
  • Was muss passieren, um angemessene Arbeitsbedingungen und eine gute Gesundheitsversorgung in den Mittelpunkt zu rücken?

Sich zu informieren, zu diskutieren dazu laben wir herzlich ein:

Zeit: Mittwoch, 18.11.2020, 18.00 Uhr – ca. 20.00 Uhr

Ort: Gewerkschaftshaus Braunschweig, Wilhelmstraße 5, 38100 Braunschweig

Flyer als PDF-Datei

Die Veranstaltung wird simultan mit dem Programm Zoom als interaktive Videokonferenz übertragen. Für Online-Teilnehmende wird der Zugangslink nach der Anmeldung übersandt.

Hinweise zur Teilnahme:

Um die Gesundheit aller Teilnehmer*innen zu schützen, gehen wir umsichtig und verantwortlich miteinander um und beachten die jeweils gültigen Bestimmungen zum Schutz vor Corona und das für den Veranstaltungsort geltende Hygienekonzept.

Dazu gehören u.a.:

  • das Führen einer Teilnehmer*innen-Liste
  • das Tragen einer Mund- Nasenbedeckung außerhalb des Sitzplatzes

Menschen, die ungeklärte Grippe-Symptome zeigen oder in Kontakt mit Covid 19-Infizierten gekommen sind, bitten wir von einem Besuch der Veranstaltung abzusehen.

Aufgrund der Beschränkung der Anzahl der Teilnehmer*innen ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich.

Anmeldung bitte bis zum 13.11.2020
per eMail an gramsci-tage@biap-braunschweig.de

oder postalisch an
BIAP c/o Norbert Kueß
Roonstraße 17
38102 Braunschweig

Die Braunschweiger Gramsci Tage finden seit 2007 jährlich statt. Sie verknüpfen aktuelle Debatten der gesellschaftlichen Linken mit der Vermittlung von theoriegeleiteten Fertigkeiten zur Analyse kapitalistischer Zusammenhänge. In der Tradition von Gramscis Philosophie der Praxis wollen sie einen Raum bieten, in dem sich die Aneignung von Wissen mit der Diskussion theoretischer und praktischer Probleme der Emanzipation von Herrschaft und Unterwerfung paart. Die 14. Braunschweiger Gramsci Tage erfolgen in Kooperation der Braunschweiger Initiative für eine andere Politik, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V., dem Deutschen Gewerkschaftsbund Region SüdOstNiedersachsen u. der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – Bezirksverband Braunschweig.

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Sozial-ökologische Transformation statt Green New Deal – Mobilitätswende ohne die Rezepte von gestern

Vortrag mit Diskussion – Präsenz- und Onlineveranstaltung

mit der Referentin Manuela Kropp, Projektmanagerin bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung, Büro Brüssel  (online aus Brüssel)
anschließend Podiumsdiskussion mit: Oliver Holzhauer, IG-Metall, Vertrauensmann VW Braunschweig,
Orhan Sat, Gewerkschaftssekretär bei ver.di Bezirk Region Süd-Ost- Niedersachsen, Fridays for Future Braunschweig (Emilie, angefragt), Extinction Rebellion Braunschweig (Ede)

Die Corona-Krise betrifft auch die Automobilindustrie und ihre 12 Mio. Beschäftigten in Europa in Produktion und Zulieferindustrie. Aber bereits vor der Pandemie befand sich die Automobilindustrie in der Krise mit weltweit sinkenden Absatzzahlen. Der Verkehrssektor ist für ein Viertel der CO2-Emissionen in der EU verantwortlich und hat wesentliche Bedeutung für die Erreichung der Klimaziele. Die mit einer Verkehrswende verbundenen Veränderungen in Produktion und Infrastruktur bieten ein großes Potential für die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Ein Umbau des Automobilsektors hin zu nachhaltiger Mobilität ist daher und dringend notwendig.[1]

Jedoch haben die Automobil- und Zulieferindustrie bereits kurz nach der Pandemie-Pause angekündigt, die Produktion wieder hochzufahren und die vereinbarten strengeren CO2-Grenzwerte vorerst auszusetzen. Aber nicht nur die Automobil-Lobby, auch die IG Metall beklagte aus Sorge um Arbeitsplatzverluste die im Konjunkturpaket der Bundesregierung fehlenden Kaufanreize für Fahrzeuge mit Verbrennermotoren. Die eigentliche Herausforderung besteht jedoch darin, in der Folge der Pandemie anders zu produzieren und zu arbeiten als vorher. So fordert der Gesprächskreis Zukunft Umwelt Auto Mobilität (ZAUM) der RLS: Konversion statt Rezepte von gestern![2]

Es droht ein neuer und rücksichtsloser Dreh an der Spirale der Motorisierung, des Ressourcenverbrauchs und der Schadstoffemission, wodurch die Grundproblematik verlängert und verschärft, ihre Lösung aber wiederum verschoben wird.

Auf dem ver.di-Bundeskongress 2019 in Leipzig wurde der Klimawandel als zentrales politisches Thema der Lohnabhängigen unserer Zeit diskutiert. Der Kongressbeschluss Nachhaltige Wirtschaft und aktiver Staat stellt fest: „Der ökologische Umbau kann nur gelingen, wenn die betroffenen Menschen mitgenommen werden. Unsere gewerkschaftliche Aufgabe ist es, betriebs- und tarifpolitisch dafür zu sorgen, dass die ökologische Transformation einher geht mit mehr guter Arbeit und sozialer Sicherheit. Dabei ist die Umweltbewegung ein wichtiger Bündnispartner. Der ökologische Umbau ist in erster Linie eine politische Gestaltungsaufgabe.“ [3]

Ansätze für gemeinsame Aktivitäten von Klimabewegung und ver.di gibt es bereits im Kampf um bessere Arbeitsbedingungen im ÖPNV. Was ist noch notwendig, und welche Perspektiven tun sich auf?

Sich zu informieren, zu diskutieren dazu laden wir herzlich ein:

Zeit: Mittwoch, 5.11.2020, 18.00 Uhr – ca. 20.00 Uhr

Ort: Gewerkschaftshaus Braunschweig, Wilhelmstraße 5, 38100 Braunschweig

(Flyer als PDF-Datei)

Die Veranstaltung wird simultan mit dem Programm Zoom als interaktive Videokonferenz übertragen.
Für Online-Teilnehmende wird der Zugangslink nach der Anmeldung übersandt.

Um die Gesundheit aller Teilnehmer*innen zu schützen, gehen wir umsichtig und verantwortlich miteinander um und beachten die jeweils gültigen Bestimmungen zum Schutz vor Corona und das für den Veranstaltungsort geltende Hygienekonzept.

Dazu gehören u.a.:

  • das Führen einer Teilnehmer*innen-Liste
  • das Tragen einer Mund- Nasenbedeckung außerhalb des Sitzplatzes

Menschen, die ungeklärte Grippe-Symptome zeigen oder in Kontakt mit Covid 19-Infizierten gekommen sind, bitten wir von einem Besuch der Veranstaltung abzusehen.

Aufgrund der Beschränkung der Anzahl der Teilnehmer*innen ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich.

Anmeldung bitte bis zum 30.10.2020
per eMail an gramsci-tage@biap-braunschweig.de

oder postalisch an
BIAP c/o Norbert Kueß
Roonstraße 17
38102 Braunschweig

Die Braunschweiger Gramsci Tage finden seit 2007 jährlich statt. Sie verknüpfen aktuelle Debatten der gesellschaftlichen Linken mit der Vermittlung von theoriegeleiteten Fertigkeiten zur Analyse kapitalistischer Zusammenhänge. In der Tradition von Gramscis Philosophie der Praxis wollen sie einen Raum bieten, in dem sich die Aneignung von Wissen mit der Diskussion theoretischer und praktischer Probleme der Emanzipation von Herrschaft und Unterwerfung paart. Die 14. Braunschweiger Gramsci Tage erfolgen in Kooperation der Braunschweiger Initiative für eine andere Politik, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V., dem Deutschen Gewerkschaftsbund Region SüdOstNiedersachsen u. der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – Bezirksverband Braunschweig.

[1] Vgl. Kropp, Manula: Europäischer Automobilsektor – wir brauchen eine Mobilitätswende. (26.6.2020)
[2] Gesprächskreis Zukunft Auto Umwelt Mobiltät (ZAUM): Die Autoindustrie vor und nach „Corona“: Konversion statt Rezepte von gestern! (24.4.2020)
[3] ver.di: Aktiver Staat hat die Schlüsselrolle. (26.9.2019)

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13. Braunschweiger Gramsci Tage 2019

13. BRAUNSCHWEIGER GRAMSCI-TAGE
SOZIALISTISCH-ÖKOLOGISCHE KONVERSION ODER GRÜNES UMDEKORIEREN DES KAPITALISMUS?
WOHIN TREIBEN DEMOKRATIE UND KAPITALISTISCHE PRODUKTIONSWEISE?

Ort: Gewerkschaftshaus Braunschweig | Wilhelmstr. 5 | 38100 Braunschweig
Zeit: Freitag, 29. November 2019, 17:00-22:00 Uhr | Freitag, 17. Januar 2020, 17:00-19:30 Uhr, Einlass 16:00 Uhr

II. Teil

Streitgespräch und Diskussion
Kapitalistischer Strukturwandel, Automobilindustrie und „imperiale Lebensweise“ – Umbaustrategien im Verhältnis von Demokratie, sozialen Bewegungen, betrieblicher Interessenpolitik und Ökologie
mit
Uwe Fritsch, Betriebsratsvorsitzender VW Braunschweig,
und
Sabine Leidig, MdB, verkehrspolitische Sprecherin und Beauftragte für soziale Bewegungen der Fraktion DIE LINKE,

mit kritischen Interventionen durch Emilie und Hauke von Fridays for Future Braunschweig

Moderation:
Dr. Antje Blöcker, Sozialwissenschaftlerin, Branchenexpertin Automobil, Lehrbeauftragte an der TU Braunschweig, IG Metall


Bericht I. Teil

Einführung ins Thema | Demokratische Konversion der Produktion. – „Das Einfache / Das schwer zu machen ist.“ von Dr. Bernd Röttger (PDF-Datei)

Sozial-ökologische Transformation zwischen Systemstabilisierungund -überwindung. von Dr. Thomas Sablowski (PDF-Datei)

Fotos vom 1. Teil der Gramsci Tage 2019

„Umwälzungen finden in Sackgassen statt“, heißt es bei Bertolt Brecht Anfang des 20. Jahrhunderts. Er verwies damit auf die objektiven Realitäten, die gesellschaftliche Umbrüche ermöglichen. „Was tun? Und wer zum Teufel tut es?“, fragte David Harvey jedoch angesichts der Krise zu Beginn des 21. Jahrhunderts. – Die ökonomisch-ökologische „Zangenkrise“ (Klaus Dörre) der Gegenwart bewies zunächst die Sackgasse, in die sich das Kapital durch seinen Durst auf Wachstum und Profit erneut manövrierte. Inzwischen untergräbt es „die Springquellen allen Reichtums […]: die Erde und den Arbeiter“ (Marx). Die Krise erzwingt eine „sozial-ökologische Transformation“, eine demokratische Konversion der Produktion. Nur: wer kann sie wie durchsetzen? Ungeklärt ist auch, ob sich die ökonomisch-ökologische Krise überhaupt im Rahmen der kapitalistischen Produktionsverhältnisse und der ihr immanenten Wachstumsdiktate lösen lässt. Stellt sich also – wie Marx behauptete – die Menschheit wirklich nur „Aufgaben, die sie lösen kann“, weil sie „im Schoße der alten Gesellschaft“ bereits in Keimformen erzeugt sind?

Gramsci zeigte für die 1930er Jahre, dass die von den USA ausgehende fordistische Umwälzung der Produktion in Europa, die, über die Konkurrenzgesetze vermittelt, die objektiven Bedingungen der Krisenüberwindung diktierte, nur gelingen kann, wenn der alte »historische Block« aus »halbfeudalen und parasitären Elementen der Gesellschaft« durch einen »autonom produktiv-industriellen Block« unter Einschluss der Arbeitenden konstituiert wird. Er enthüllte dessen Umrisse in korporatistischen Tendenzen der Gewerkschaften. Er war überzeugt, dass die emanzipatorische Hoffnung seiner Zeit, den verwüstenden Zwängen der kapitalistischen Produktionsweise zu entkommen, nur unter der Hegemonie der Arbeiterklasse funktionieren kann, einer Klasse, die »für die dringendsten Schwierigkeiten, in denen die menschliche Gesellschaft steckt, die breitesten Lösungen bereithält« (Brecht). – Den Beweis blieb die Arbeiterbewegung bisher schuldig.

Flyer als PDF-Datei
A1-Plakat als PDF-Datei

 

 

Programm
Teil I. Freitag, 29. November 2019
Wohin steuert die kapitalistische Produktionsweise? Perspektiven eines progressiven gesellschaftlichen Blocks
ab 16.00h | Einlass, Anmeldung
17.00h | Begrüßungen
17.30h | Einführung ins Thema | Dr. Bernd Röttger
(Redaktion Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus)
Demokratische Konversion der Produktion. – »Das Einfache / Das schwer zu machen ist.«
18.00h | Vortrag und Diskussion | Dr. Thomas Sablowski
(Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung)
Sozial-ökologische Transformation zwischen Systemstabilisierung und -überwindung. Treibende Kräfte des Umbaus der kapitalistischen Produktionsweise und Wege zu einem progressiven gesellschaftlichen Block
anschließend: Diskussion im Plenum
19.30h | Pause mit der Möglichkeit zum Imbiss
20.30h | Szenische Lesung | KünstlerInnenkollektiv M.PÖRT
(Kristin Kehr u. Tristan Jorde)
»Mit großen sanften schwarzen Augen.« Aus den Gefängnisbriefen der Rosa Luxemburg.
Link auf die Veranstaltung bei Facebook

danach: gemeinsamer Ausklang

Teil II. Freitag, 17. Januar 2020
Kapitalistischer Strukturwandel, Automobilindustrie u. »imperiale Lebensweise« – Umbaustrategien im Verhältnis von Demokratie, sozialen Bewegungen, betrieblicher Interessenpolitik u. Ökologie
ab 16.00h | Einlass
17.00h | Begrüßung
17.30h | Streitgespräche u. kritische Interventionen
mit Uwe Fritsch (Betriebsratsvorsitzender VW Braunschweig) und Sabine Leidig (MdB, verkehrspolitische Sprecherin u. Beauftragte für soziale Bewegungen der Fraktion DIE LINKE) sowie Fridays for Future, Extinction Rebellion u.a. [angefragt]
anschließend: Diskussion im Plenum

Anmeldung und Tagungsbeitrag
Tagungsbeitrag 10 Euro, ermäßigt 5 Euro
Anmeldungen erbeten unter: gramsci-tage@biap-braunschweig.de

Hinweis

Angesichts des AfD-Bundesparteitags am 30. November und 1. Dezember 2019 in Braunschweig, haben wir entschieden, die 13. Braunschweiger Gramsci-Tage nicht als zweitägige Konferenz, sondern an zwei separaten Terminen stattfinden zu lassen.
Gerade in der Perspektive eines sozialistisch-demokratischen Umbaus muss allen autoritären u. neo-faschistischen Tendenzen des gesellschaftlichen Wandels entschlossen entgegengenwirkt werden. Mit der Zweiteilung der diesjährigen Gramsci-Tage unterstützen wir den öffentlichen Protest gegen eine rechtspopulistische, rassistisch-nationalistische Restauration des Gegenwartskapitalismus, der sich um den AfD-Parteitag am 30. November 2019 in Braunschweig organisiert.

Am 17. Januar 2020 bieten wir kritische Reflexionen über die Zusammenhänge von Klimawandel, kapitalistischer Produktionsweise und autoritären Tendenzen in der Gesellschaft sowie Diskussionen über die Perspektiven demokratischer Wege eines sozialistisch-ökologischen Umbaus an.

Die 13. Braunschweiger Gramsci-Tage erfolgen in Kooperation der Braunschweiger Initiative für eine andere Politik, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V., dem Deutschen Gewerkschaftsbund Region SüdOstNiedersachsen und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – Bezirksverband Braunschweig.

12. Braunschweiger Gramsci Tage 2018

Die kurzen Sommer der Gegenmacht

Dokumentation der Veranstaltung
Klaus Dörre:
Gegenbewegung und Gegenmacht. Machtressourcen und Widerstandsformen in Geschichte und Gegenwart des Kapitalismus
Präsentation
 
Richard Detje:
„Rechtspopulismus und Gewerkschaften – Eine arbeitsweltliche Spurensuche“
Präsentation und Kurzbeschreibung zum Workshop
Link zur Studie als Leseprobe, Buch als Datei und Printfassung
 
Orhan Sat:
Einführung in die Theorie Antonio Gramscis
Präsentation
 
 
 
 
 
 
 
 
Einladung zur Veranstaltung: Historische Alternativen zum Kapitalismus und warum sie so schwer durchzusetzen sind Vorträge, Streitgespräche, Kultur, Workshops, Diskussionen
Ort: Gewerkschaftshaus Braunschweig, Wilhelmstr. 5, 38100 Braunschweig
Termin: 26./27. Oktober 2018
„Die ökonomische Struktur bürgerlicher Gesellschaften ist die Machtbasis der herrschenden Klasse… Die politische Macht des Proletariats hat es infolgedessen nicht nur mit der politischen Macht der Bourgeoisie zu tun, sondern immer auch mit der ökonomischen Grundstruktur dieser Gesellschaft, in der quasi- automatisch die bürgerlichen Herrschaftsverhältnisse immer wieder reproduziert werden.“ (ELMAR ALTVATER)
 
Foto: JS
Die Braunschweiger Gramsci-Tage sind eine Kooperationsveranstaltung der Braunschweiger Initiative für eine andere Politik (BIAP), des DGB Region SüdOstNiedersachsen, des GEW Bezirksverbandes Braunschweig und der Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen.
Die diesjährigen Braunschweiger Gramsci-Tage stehen im Kontext der Veranstaltungsreihen „Vom Herzogtum zum Freistaat. 1916-1923. Braunschweigs Weg in die Demokratie“ und „Baustelle Demokratie. 100 Jahre Novemberrevolution Braunschweig“.

Bilder 12. Braunschweiger Gramsci Tage 2018

11. Braunschweiger Gramsci Tage 2017

Freitag, 27. Oktober 2017

Bilder von der Veranstaltung

ab 16.00h / Einlass, Anmeldung
17.00h / Begrüßungen, Andreas Klepp (BIAP, Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen), Hansi Volkmann (DGB Region SüdOstNiedersachsen)

17.30h / Einführung ins Thema
Dialektik der Revolution. – Ein Problemaufriss
Dr. Bernd Röttger (Redaktion Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus)

18.00h / Vortrag und Diskussion
1917 | 2017. Revolution und Gegenrevolution
Prof. Dr. Frank Deppe (Universität Marburg)
anschließend: Debatte im Plenum

19.30 / Pause mit der Möglichkeit zum Imbiss

20.30 / Kultur
Lenin, Majakowski und ich – 100 Jahre Oktober
Erich Schaffner (Schauspieler u. Rezitator), am Klavier begleitet von Georg Klemp

danach: gemeinsamer Ausklang

 Samstag, 28. Oktober 2017

ab 09.30h / Einlass
10.00h / Einstiegsthesen
»Ökonomie der Zeit, darin löst sich schließlich alle Ökonomie auf.« – Zur Aktualität der marxschen Kapitalismuskritik
Christoph Lieber (Redaktion Sozialismus)

11.00h / Streitgespräch
1867 | 2017. »Die Menschen machen ihre eigene Geschichte…«. – Was ist aktuell an der marxschen Kritik der politischen Ökonomie?
mit: Prof. Dr. Frank Deppe; Dr. habil. Sabine Kebir (Autorin u. Publizistin); Christoph Lieber. Intervenierende Moderation: Dr. Bernd Röttger

13.00h / Möglichkeit zum Imbiss

ab 13.30h / Parallele Workshops/Seminare

(1) Einführung in die Theorie Antonio Gramscis / Orhan Sat (Ver.di Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen)

(2) Von Gramsci zu Fanon – die Oktoberrevolution als antiimperialistische Revolution / Dr. habil. Sabine Kebir

(3) »Doppelte Transformation«. – Ein aktueller Ansatz »revolutionärer Realpolitik« / Lese- und Diskussionskreis; Moderation: Norbert Kueß (BIAP) und Jürgen Reuter (GEW Bezirksverband Braunschweig)

15.30h / Kaffeepause

16.00h / Abschlussdiskussion
»Revolutionäre Realpolitik« im politischen und betrieblichen Alltag heute?
mit: Marvin Hopp (Jugend gegen G20); Mark Seeger (Vertrauenskörperleiter VW Braunschweig); Denise Steiner (Jugendreferentin des DGB SON); Paul Wellsow (DIE LINKE Thüringen). Moderation: Andreas Klepp (BIAP, RLS Nds. e.V.)

17.00 h / Ende


zum Thema…

10. Braunschweiger Gramsci Tage 2016

Hegemonie und Alltagsverstand. Zur Aktualität von linkem und rechtem Populismus
4. und 5. November 2016
Vorträge, Diskussionen, Workshops, Literarisch-wissenschaftliche Montage und Jazz            (Programm), (Flyer zum Herunterladen) und Plakat

Bilder von der Veranstaltung

Gewerkschaftshaus Braunschweig,
Wilhelmstraße 5, 38100 Braunschweig

„Dem Volk aufs Maul schauen ist etwas ganz anderes als dem Volk nach dem Mund reden.“ (Bertolt Brecht)

Populistische Strömungen haben Konjunktur. Einige sprechen von einer neuen „populistischen Situation“. Von links bis rechts wird die Krise gesellschaftlicher und politischer Repräsentation als Entstehung einer postdemokratischen oder patrimonialen Herrschaft gedeutet, die die Kluft zwischen Volk und Eliten vertieft. Gramsci scheint den Weg zu allen Formen populistischer Kritik und Strategie geebnet zu haben: Er sprach von einem „gesunden Kern“ des Alltagsverstands. Er zeigte, dass die untergeordneten Klassen ohne die Herausbildung eines „national-popularen Kollektivwillens“ nicht ins politische Leben treten können. Zugleich aber kritisierte er jede Anbiederung an die „primitiven“ Momente des Alltagsbewusstseins, da sie nur „langweilige und papageienhafte Phraseologie“ hervorbringt. Sie blockiert die Herausbildung einer „neuen Kultur“, die für die Befreiung der subalternen Klassen erforderlich ist.

„Brecht gebrauchen, ohne ihn zu kritisieren ist Verrat“ – so umriss Heiner Müller einen möglichen Umgang mit dem Werk des Klassikers der sozialistischen Weltliteratur. Auch das Werk Antonio Gramscis gehört inzwischen zum Repertoire der Klassiker. Aus ihm kann scheinbar beliebig abgegriffen werden. Seine in den Gefängnisheften entwickelten analytischen Begriffe verwandeln sich dabei oft in inhaltsleeres Geplapper: Hegemonie besitzen immer dann die anderen, wenn eigene Positionen nicht mehrheitsfähig oder durchsetzbar sind. Sie wird auf Meinungsführerschaft reduziert. Nur durch die Symbiose mit dem Volk scheint eine andere Hegemonie erreichbar. Nicht mehr die Überwindung der „primitiven Philosophie des Alltagsverstands“ (Gramsci) gilt als Ziel. Stattdessen wird das Alltagsbewusstsein zum gegebenen und scheinbar unveränderbaren Maßstab politischer Handlungs- und Durchsetzungsfähigkeit.

Gramsci gebrauchen, ohne ihn zu kritisieren ist Verrat. – In diesem Sinn nehmen die Braunschweiger Gramsci Tage ihr 10-jähriges Jubiläum zum Anlass, Kategorien und Begriffe der praktischen Philosophie Gramscis historisch-kritisch zu hinterfragen und mit aktuellen Entwicklungen zu konfrontieren. Können sich gegenwärtige populistische Befunde und Strategien tatsächlich auf Gramscis Konzepte des Alltagsverstands und der Hegemonie berufen? Befinden wir uns wirklich in einer „populistischen Situation“, die nur durch einen linken Populismus beantwortet werden kann, um neo-faschistische Entwicklungen abzuwenden? Lassen sich heute Formen eines autoritären Populismus von popular-demokratischen Ausformungen unterscheiden?

Veranstalter: Braunschweiger Initiative für eine andere Politik (BIAP) in Kooperation mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund, Region SüdOstNiedersachsen, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Bezirksverband Braunschweig, und der Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e.V.

Anmeldung erbeten: gramsci-tage@biap-braunschweig.de
oder: BIAP c/o Norbert Kueß, Roonstraße 17, 38102 Braunschweig

Tagungsbeitrag:               10 Euro / ermäßigt 5 Euro (inkl. Speisen und Getränken)

Programm und Flyer zum Herunterladen

Gramsci Tage 2015, Einladung und Programm

Termin:

Freitag, den 20. November 2015 und Samstag, den 21. November 2015

Ort:
Haus der Kulturen e.V., Am Nordbahnhof 1, 38106 Braunschweig

Zum Thema:
Der französische Wirtschaftshistoriker Thomas Piketty zeigt in seinem Buch Das Kapital im 21. Jahrhundert, dass die kapitalistische Produktionsweise am Ende des 19. Jahrhunderts eine immense Kluft zwischen den Einkommen der Lohnarbeitenden und der Produktionsmittelbesitzer bewirkte. Die ökonomische Prosperität und die Klassenkompromisse nach dem Zweiten Weltkrieg konnten diese klassenförmige Ungleichheit kurzzeitig abmildern. Seit Mitte der 1970er Jahre jedoch muss erneut eine dramatische Verschärfung ungleicher Einkommensverteilung zugunsten von Rentiers und Vermögensbesitzern konstatiert werden. Piketty sieht die entwickelten Kapitalismen auf dem Weg zu „Patrimonialgesellschaften“.

Seine Forderung nach einer „international koordinierten Besteuerung der Reichen“ prallt jedoch an der „konzentrierten gesellschaftlichen Macht“ (Karl Marx) des Kapitals ab. Gegenüber moralischer Kritik, Protesten der Straße, selbst gegenüber demokratischen Regierungswechseln und Referenden zeigt sich die transnationale Phalanx aus Gläubiger- und Kapitalinteressen immun. In der kapitalistischen Wirklichkeit erschöpft sich soziale Ungleichheit nicht in einer Ungleichverteilung des gesellschaftlichen Reichtums; sie korrespondiert auch auffällig mit unterschiedlicher Machtverteilung der gesellschaftlichen Klassen.

An diesen klassen- und herrschaftsblinden Flecken in Pikettys Analyse setzen die Braunschweiger Gramsci Tage an. Auf den ersten Blick scheint der Machtblock stabil. Seine Fähigkeit aber, Krisen zu überwinden, hat er eingebüßt. Antonio Gramsci bezeichnete eine solche Situation als „Interregnum“, in der „das Alte stirbt und das Neue nicht zur Welt kommen kann“. Die Braunschweiger Gramsci Tage wollen in der gramscianischen Perspektive einer „Philosophie der Praxis“ den Komplex herrschaftlicher Orchestrierung von Ungleichheiten entziffern: auf der einen Seite als Grundlage und Folge verfestigter  Herrschaftsverhältnisse, auf der anderen Seite als Quelle, aus der Handlungsfähigkeit der „subalternen Klassen“ (Gramsci) erwachsen kann,  die Veränderungen im Machtgefüge möglich werden lässt.

Programm:

Freitag, 20. November 2015

ab 16.00h   Einlass, Anmeldung

17.00h   Begrüßung: Andreas Klepp / BIAP, Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen,  Grußwort: Hansi Volkmann / DGB Region SüdOstNiedersachsen

17.30h   Vortrag, Dr. Bernd Röttger / Braunschweig
Piketty, die herrschaftliche Orchestrierung sozialer Ungleichheit und praktisch Dialektik heute
anschießend: Diskussion

19.00h   Pause mit der Möglichkeit zum Imbiss

20.00h   Szenisch-musikalische LesungFanny Staffa und David Kosel:Polnische Perlen (nach der Produktion von Werkgruppe 2 und Staatstheater Braunschweig)

21.30h   gemeinsamer Ausklang

Samstag, 21. November 2015

09.30h   Eintreffen der Teilnehmenden bei Kaffee/Tee

10.00h Vortrag, Prof. Dr. Klaus Dörre / Universität Jena: Die neue soziale Ungleichheit aus der Perspektive der Klassentheorie
anschließend: Diskussion

12.00h   Pause mit der Möglichkeit zum Imbiss

13.00h   Parallele Workshops

(1) Geschichte und Aktualität der Klassentheorie(n), Leitung: Prof. Dr. Hans-Günter Thien / Universität Münster / Verlag Westfälisches Dampfboot 

(2) Prekarität und Handlungsfähigkeit, Leitung: Christina Kaindl / Die Linke, Bundesgeschäftsstelle, Leiterin des Bereichs Strategie und Grundsatzfragen

(3) Einführung in Grundbegriffe der Theorie Antonio Gramscis, Leitung:Orhan Sat / DGB Region Nordostniedersachsen

Pause

15.00h   Podiumsdiskussion / Streitgespräch
Ungleichheit und kollektive Handlungsfähigkeit. Kontroversen zu Gewerkschaften, neuen Arbeitskonflikten und Perspektiven einer praktischen Kapitalismuskritik

mit: Katja Derer / NGG Region Süd-Ost-Niedersachsen, Dr. Catharina Schmalstieg / Communications Workers of America (CWA), Prof. Dr. Klaus Dörre,  Christina Kaindl, Prof. Dr. Hans-Günter Thien
Intervenierende Moderation: Andreas Klepp und Dr. Bernd Röttger

17.00h   Schlusswort, Norbert Kuess / BIAP

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e.V. und dem DGB Region SüdOstNiedersachsen organisiert.

Gramsci Tage 2015

9. Braunschweiger Gramsci Tage im November 2015

Kapital und Klassen im 21. Jahrhundert.
Soziale Ungleichheit heute  – Über Piketty hinaus denken

Freitag, den 20. November 2015 und Samstag, den 21. November 2015
Haus der Kulturen e.V., Am Nordbahnhof 1, 38106 Braunschweig

Zum Thema:
Der französische Wirtschaftshistoriker Thomas Piketty zeigt in seinem Buch Das Kapital im 21. Jahrhundert, dass die kapitalistische Produktionsweise am Ende des 19. Jahrhunderts eine immense Kluft zwischen den Einkommen der Lohnarbeitenden und der Produktionsmittelbesitzer bewirkte. …mehr