12. Braunschweiger Gramsci Tage 2018

Die kurzen Sommer der Gegenmacht

Aktuelle Fotos der Veranstaltung

Präsentation R. Detje
Vom kurzen Sommer zum langen Winter der Gegenmacht?
Eine arbeitsweltliche Spurensuche

Historische Alternativen zum Kapitalismus und warum sie so schwer durchzusetzen sind

Vorträge, Streitgespräche, Kultur, Workshops, Diskussionen

Ort: Gewerkschaftshaus Braunschweig, Wilhelmstr. 5, 38100 Braunschweig

Termin: 26./27. Oktober 2018

Tagungsbeitrag: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro
Mittagessen am Sa., 27.10.2018: 10 Euro (Anmeldung erforderlich bis zum 22.10.2018)
„Die ökonomische Struktur bürgerlicher Gesellschaften ist die Machtbasis der herrschenden Klasse… Die politische Macht des Proletariats hat es infolgedessen nicht nur mit der politischen Macht der Bourgeoisie zu tun, sondern immer auch mit der ökonomischen Grundstruktur dieser Gesellschaft, in der quasi- automatisch die bürgerlichen Herrschaftsverhältnisse immer wieder reproduziert werden.“ (ELMAR ALTVATER)

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11. Braunschweiger Gramsci Tage 2017

Freitag, 27. Oktober 2017

Bilder von der Veranstaltung

ab 16.00h / Einlass, Anmeldung
17.00h / Begrüßungen, Andreas Klepp (BIAP, Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen), Hansi Volkmann (DGB Region SüdOstNiedersachsen)

17.30h / Einführung ins Thema
Dialektik der Revolution. – Ein Problemaufriss
Dr. Bernd Röttger (Redaktion Historisch-kritisches Wörterbuch des Marxismus)

18.00h / Vortrag und Diskussion
1917 | 2017. Revolution und Gegenrevolution
Prof. Dr. Frank Deppe (Universität Marburg)
anschließend: Debatte im Plenum

19.30 / Pause mit der Möglichkeit zum Imbiss

20.30 / Kultur
Lenin, Majakowski und ich – 100 Jahre Oktober
Erich Schaffner (Schauspieler u. Rezitator), am Klavier begleitet von Georg Klemp

danach: gemeinsamer Ausklang

 Samstag, 28. Oktober 2017

ab 09.30h / Einlass
10.00h / Einstiegsthesen
»Ökonomie der Zeit, darin löst sich schließlich alle Ökonomie auf.« – Zur Aktualität der marxschen Kapitalismuskritik
Christoph Lieber (Redaktion Sozialismus)

11.00h / Streitgespräch
1867 | 2017. »Die Menschen machen ihre eigene Geschichte…«. – Was ist aktuell an der marxschen Kritik der politischen Ökonomie?
mit: Prof. Dr. Frank Deppe; Dr. habil. Sabine Kebir (Autorin u. Publizistin); Christoph Lieber. Intervenierende Moderation: Dr. Bernd Röttger

13.00h / Möglichkeit zum Imbiss

ab 13.30h / Parallele Workshops/Seminare

(1) Einführung in die Theorie Antonio Gramscis / Orhan Sat (Ver.di Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen)

(2) Von Gramsci zu Fanon – die Oktoberrevolution als antiimperialistische Revolution / Dr. habil. Sabine Kebir

(3) »Doppelte Transformation«. – Ein aktueller Ansatz »revolutionärer Realpolitik« / Lese- und Diskussionskreis; Moderation: Norbert Kueß (BIAP) und Jürgen Reuter (GEW Bezirksverband Braunschweig)

15.30h / Kaffeepause

16.00h / Abschlussdiskussion
»Revolutionäre Realpolitik« im politischen und betrieblichen Alltag heute?
mit: Marvin Hopp (Jugend gegen G20); Mark Seeger (Vertrauenskörperleiter VW Braunschweig); Denise Steiner (Jugendreferentin des DGB SON); Paul Wellsow (DIE LINKE Thüringen). Moderation: Andreas Klepp (BIAP, RLS Nds. e.V.)

17.00 h / Ende


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10. Braunschweiger Gramsci Tage 2016

Hegemonie und Alltagsverstand. Zur Aktualität von linkem und rechtem Populismus
4. und 5. November 2016
Vorträge, Diskussionen, Workshops, Literarisch-wissenschaftliche Montage und Jazz            (Programm), (Flyer zum Herunterladen) und Plakat

Bilder von der Veranstaltung

Gewerkschaftshaus Braunschweig,
Wilhelmstraße 5, 38100 Braunschweig

„Dem Volk aufs Maul schauen ist etwas ganz anderes als dem Volk nach dem Mund reden.“ (Bertolt Brecht)

Populistische Strömungen haben Konjunktur. Einige sprechen von einer neuen „populistischen Situation“. Von links bis rechts wird die Krise gesellschaftlicher und politischer Repräsentation als Entstehung einer postdemokratischen oder patrimonialen Herrschaft gedeutet, die die Kluft zwischen Volk und Eliten vertieft. Gramsci scheint den Weg zu allen Formen populistischer Kritik und Strategie geebnet zu haben: Er sprach von einem „gesunden Kern“ des Alltagsverstands. Er zeigte, dass die untergeordneten Klassen ohne die Herausbildung eines „national-popularen Kollektivwillens“ nicht ins politische Leben treten können. Zugleich aber kritisierte er jede Anbiederung an die „primitiven“ Momente des Alltagsbewusstseins, da sie nur „langweilige und papageienhafte Phraseologie“ hervorbringt. Sie blockiert die Herausbildung einer „neuen Kultur“, die für die Befreiung der subalternen Klassen erforderlich ist.

„Brecht gebrauchen, ohne ihn zu kritisieren ist Verrat“ – so umriss Heiner Müller einen möglichen Umgang mit dem Werk des Klassikers der sozialistischen Weltliteratur. Auch das Werk Antonio Gramscis gehört inzwischen zum Repertoire der Klassiker. Aus ihm kann scheinbar beliebig abgegriffen werden. Seine in den Gefängnisheften entwickelten analytischen Begriffe verwandeln sich dabei oft in inhaltsleeres Geplapper: Hegemonie besitzen immer dann die anderen, wenn eigene Positionen nicht mehrheitsfähig oder durchsetzbar sind. Sie wird auf Meinungsführerschaft reduziert. Nur durch die Symbiose mit dem Volk scheint eine andere Hegemonie erreichbar. Nicht mehr die Überwindung der „primitiven Philosophie des Alltagsverstands“ (Gramsci) gilt als Ziel. Stattdessen wird das Alltagsbewusstsein zum gegebenen und scheinbar unveränderbaren Maßstab politischer Handlungs- und Durchsetzungsfähigkeit.

Gramsci gebrauchen, ohne ihn zu kritisieren ist Verrat. – In diesem Sinn nehmen die Braunschweiger Gramsci Tage ihr 10-jähriges Jubiläum zum Anlass, Kategorien und Begriffe der praktischen Philosophie Gramscis historisch-kritisch zu hinterfragen und mit aktuellen Entwicklungen zu konfrontieren. Können sich gegenwärtige populistische Befunde und Strategien tatsächlich auf Gramscis Konzepte des Alltagsverstands und der Hegemonie berufen? Befinden wir uns wirklich in einer „populistischen Situation“, die nur durch einen linken Populismus beantwortet werden kann, um neo-faschistische Entwicklungen abzuwenden? Lassen sich heute Formen eines autoritären Populismus von popular-demokratischen Ausformungen unterscheiden?

Veranstalter: Braunschweiger Initiative für eine andere Politik (BIAP) in Kooperation mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund, Region SüdOstNiedersachsen, der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Bezirksverband Braunschweig, und der Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e.V.

Anmeldung erbeten: gramsci-tage@biap-braunschweig.de
oder: BIAP c/o Norbert Kueß, Roonstraße 17, 38102 Braunschweig

Tagungsbeitrag:               10 Euro / ermäßigt 5 Euro (inkl. Speisen und Getränken)

Programm und Flyer zum Herunterladen

Gramsci Tage 2015, Einladung und Programm

Termin:

Freitag, den 20. November 2015 und Samstag, den 21. November 2015

Ort:
Haus der Kulturen e.V., Am Nordbahnhof 1, 38106 Braunschweig

Zum Thema:
Der französische Wirtschaftshistoriker Thomas Piketty zeigt in seinem Buch Das Kapital im 21. Jahrhundert, dass die kapitalistische Produktionsweise am Ende des 19. Jahrhunderts eine immense Kluft zwischen den Einkommen der Lohnarbeitenden und der Produktionsmittelbesitzer bewirkte. Die ökonomische Prosperität und die Klassenkompromisse nach dem Zweiten Weltkrieg konnten diese klassenförmige Ungleichheit kurzzeitig abmildern. Seit Mitte der 1970er Jahre jedoch muss erneut eine dramatische Verschärfung ungleicher Einkommensverteilung zugunsten von Rentiers und Vermögensbesitzern konstatiert werden. Piketty sieht die entwickelten Kapitalismen auf dem Weg zu „Patrimonialgesellschaften“.

Seine Forderung nach einer „international koordinierten Besteuerung der Reichen“ prallt jedoch an der „konzentrierten gesellschaftlichen Macht“ (Karl Marx) des Kapitals ab. Gegenüber moralischer Kritik, Protesten der Straße, selbst gegenüber demokratischen Regierungswechseln und Referenden zeigt sich die transnationale Phalanx aus Gläubiger- und Kapitalinteressen immun. In der kapitalistischen Wirklichkeit erschöpft sich soziale Ungleichheit nicht in einer Ungleichverteilung des gesellschaftlichen Reichtums; sie korrespondiert auch auffällig mit unterschiedlicher Machtverteilung der gesellschaftlichen Klassen.

An diesen klassen- und herrschaftsblinden Flecken in Pikettys Analyse setzen die Braunschweiger Gramsci Tage an. Auf den ersten Blick scheint der Machtblock stabil. Seine Fähigkeit aber, Krisen zu überwinden, hat er eingebüßt. Antonio Gramsci bezeichnete eine solche Situation als „Interregnum“, in der „das Alte stirbt und das Neue nicht zur Welt kommen kann“. Die Braunschweiger Gramsci Tage wollen in der gramscianischen Perspektive einer „Philosophie der Praxis“ den Komplex herrschaftlicher Orchestrierung von Ungleichheiten entziffern: auf der einen Seite als Grundlage und Folge verfestigter  Herrschaftsverhältnisse, auf der anderen Seite als Quelle, aus der Handlungsfähigkeit der „subalternen Klassen“ (Gramsci) erwachsen kann,  die Veränderungen im Machtgefüge möglich werden lässt.

Programm:

Freitag, 20. November 2015

ab 16.00h   Einlass, Anmeldung

17.00h   Begrüßung: Andreas Klepp / BIAP, Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen,  Grußwort: Hansi Volkmann / DGB Region SüdOstNiedersachsen

17.30h   Vortrag, Dr. Bernd Röttger / Braunschweig
Piketty, die herrschaftliche Orchestrierung sozialer Ungleichheit und praktisch Dialektik heute
anschießend: Diskussion

19.00h   Pause mit der Möglichkeit zum Imbiss

20.00h   Szenisch-musikalische LesungFanny Staffa und David Kosel:Polnische Perlen (nach der Produktion von Werkgruppe 2 und Staatstheater Braunschweig)

21.30h   gemeinsamer Ausklang

Samstag, 21. November 2015

09.30h   Eintreffen der Teilnehmenden bei Kaffee/Tee

10.00h Vortrag, Prof. Dr. Klaus Dörre / Universität Jena: Die neue soziale Ungleichheit aus der Perspektive der Klassentheorie
anschließend: Diskussion

12.00h   Pause mit der Möglichkeit zum Imbiss

13.00h   Parallele Workshops

(1) Geschichte und Aktualität der Klassentheorie(n), Leitung: Prof. Dr. Hans-Günter Thien / Universität Münster / Verlag Westfälisches Dampfboot 

(2) Prekarität und Handlungsfähigkeit, Leitung: Christina Kaindl / Die Linke, Bundesgeschäftsstelle, Leiterin des Bereichs Strategie und Grundsatzfragen

(3) Einführung in Grundbegriffe der Theorie Antonio Gramscis, Leitung:Orhan Sat / DGB Region Nordostniedersachsen

Pause

15.00h   Podiumsdiskussion / Streitgespräch
Ungleichheit und kollektive Handlungsfähigkeit. Kontroversen zu Gewerkschaften, neuen Arbeitskonflikten und Perspektiven einer praktischen Kapitalismuskritik

mit: Katja Derer / NGG Region Süd-Ost-Niedersachsen, Dr. Catharina Schmalstieg / Communications Workers of America (CWA), Prof. Dr. Klaus Dörre,  Christina Kaindl, Prof. Dr. Hans-Günter Thien
Intervenierende Moderation: Andreas Klepp und Dr. Bernd Röttger

17.00h   Schlusswort, Norbert Kuess / BIAP

Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e.V. und dem DGB Region SüdOstNiedersachsen organisiert.

Gramsci Tage 2015

9. Braunschweiger Gramsci Tage im November 2015

Kapital und Klassen im 21. Jahrhundert.
Soziale Ungleichheit heute  – Über Piketty hinaus denken

Freitag, den 20. November 2015 und Samstag, den 21. November 2015
Haus der Kulturen e.V., Am Nordbahnhof 1, 38106 Braunschweig

Zum Thema:
Der französische Wirtschaftshistoriker Thomas Piketty zeigt in seinem Buch Das Kapital im 21. Jahrhundert, dass die kapitalistische Produktionsweise am Ende des 19. Jahrhunderts eine immense Kluft zwischen den Einkommen der Lohnarbeitenden und der Produktionsmittelbesitzer bewirkte. …mehr

Gramsci Tage 2015

Kapital und Klassen im 21. Jahrhundert.
Soziale Ungleichheit heute  – Über Piketty hinaus denken

Termin: Freitag, den 20. November 2015 u. Samstag, den 21. November 2015
OrtHaus der Kulturen e.V., Am Nordbahnhof 1, 38106 Braunschweig

Tagungsbericht (neu eingestellt am 22.12.2015)

Bilder von der Veranstaltung

Bilder der Szenischen Lesung „Polnische Perlen“ mit Fanny Staffa und David Kosel, Ankündigung der Veranstaltung

Vortrag Orhan Sat: „Eine Einführung in die politische Theorie Antonio Gramscis“

Vortrag Prof. Dr. Klaus Dörre: „Die neue soziale Ungleichheit aus der Perspektive der Klassentheorie:“

Flyer zum Ausdrucken

Plakat zum Ausdrucken

ReferentInnen

Exposés

Abendveranstaltung am Freitag: Lesung Polnische Perlen

Gramsci Tage 2007 – 2011

Veröffentlichungen zu den Tagungen

1. 2007, Erneuerung von Gesellschaftskritik und Gewerkschaftspolitik mit Antonio Gramsci, Flyer

2. 2008, Grenzen überwinden, Flyer

3. 2009, Flyer

4. 2010, Möglichkeiten zu gesellschaftlichen Veränderungen, Flyer

5. 2011, Krise der Ökonomie – Krise der Hegemonie?  Flyer