Was ist die BIAP?

Die >Braunschweiger Initiative für eine andere Politik<  ist im Zusammenhang mit der „Erfurter Erklärung” (1997) und der Gründung des Aktionsbündnisses „Aufstehen für eine andere Politik“ entstanden. Sie wendet sich gegen den herrschenden Neoliberalismus und unterstützt Ansätze und Projekte einer linken Politik. Die Braunschweiger Gruppe ist offen für alle Interessierten, die gemeinsam politische Veranstaltungen und Bildungsarbeit organisieren und einen Beitrag zu einer sozialen Bewegung zur Unterstützung einer politischen Alternative in Deutschland leisten wollen.


Interesse an der Mitarbeit?
Termine und Themen

15. Braunschweiger Gramsci Tage 2022

Der Kampf um die Hegemonie – Medienmacht und Öffentlichkeit im digitalen Kapitalismus

Ort: Gewerkschaftshaus Braunschweig
Wilhelmstr. 5, 38100 Braunschweig
Zeit: Freitag, den 22. April 2022, ab 17h
und Samstag, den 23. April 2022 | 9.30h – 17h
Vorab: Mittwoch, 20.April.22,  19.00 Uhr, Film von Jean Boué über den Wandel im Lokaljournalismus: „Die letzten Reporter“,
Universum Filmtheater, Neue Str. 8

Teilnahmebeitrag:        10 Euro, ermäßigt 5 Euro
Ticket Universum:        8,50 Euro, ermäßigt 7,50 Euro
Anmeldung erbeten unter gramsci-tage@biap-braunschweig.de

Link auf das Programm
Link auf die Referentinnen und Referenten

Plakat zum Ausdrucken als PDF,
Programm zum Ausdrucken als PDF

Seit dem Beginn des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine herrschen bei vielen Menschen Erschrecken, Betroffenheit und Unverständnis. In den veröffentlichten Meinungen überwiegen eindeutige Erklärungen und Schlussfolgerungen. Wer neben der einhelligen Verurteilung von Krieg und Gewalt auf historische und geopolitische Zusammenhänge hinzuweisen versucht, gerade jetzt für Abrüstung, Entmilitarisierung und internationale Sicherheitsgarantien für alle Länder in Europa eintritt, erlebt allzu oft als Traumtänzer oder Verharmloser diffamiert zu werden. Dabei wäre grad jetzt so wichtig:

Man muss nüchterne, geduldige Menschen schaffen, die nicht verzweifeln angesichts der schlimmsten Schrecken und sich nicht an jeder Dummheit begeistern. Pessimismus des Verstandes, Optimismus des Willens.“ so Antonio Gramsci, (Gefängnishefte, H. 28, § 11, 2232)

Und gerade jetzt, angesichts der verschiedenen dramatischen Krisen und weltweiten Herausforderungen, wären Medien so bedeutsam, die Nachrichten kritisch hinterfragen, sorgfältig und umfassend recherchieren und offene Diskurse in der Gesellschaft ermöglichen und befördern.

Geschieht das in Deutschland in ausreichendem Maße? Viel ist zu hören und zu lesen von offener Repression gegen die Freiheit von Medien und Meinungen in anderen Ländern, aber welche Rolle spielen hier in Deutschland die Produktionsbedingungen in den Medien und daraus resultierende Arbeitsbedingungen der MedienarbeiterInnen? Nicht nur die sog. Sozialen Netzwerke, auch das deutsche Pressewesen und ein Großteil der Rundfunk- und Fernsehprogramme werden beherrscht von profitorientierten Medienkonzernen. Gewähren diese privatkapitalistischen Verhältnisse seriöse Information und Vielfalt der Meinungen in ausreichendem Maße?

Karl Marx sah das ganz anders: „Die erste Freiheit der Presse besteht darin, kein Gewerbe zu sein.“ (Debatten über Preßfreiheit…, Rheinische Zeitung 19.5.1842)

Gramsci hatte in seinen historischen Analysen herausgearbeitet, wie bedeutsam im Kampf der Klassen die Erringung der Hegemonie ist. Welche Rollen spielen Bildung und Kultur, der von ihm sog. Alltagsverstand und die Intellektuellen? All das steht heute wohl mehr denn je in engem und abhängigem Verhältnis zu Medienproduktion und –rezeption. Gesellschaftliche Öffentlichkeit erlebt einen erneut beschleunigten und dramatischen Strukturwandel – vor allem geprägt durch digitale Entwicklungen.

Vor fast 60 Jahren hatte Jürgen Habermas den Begriff des „Strukturwandels der Öffentlichkeit“ geprägt – in 2021 stellt er besorgt fest: „Der Aufstieg der neuen Medien vollzieht sich im Schatten der kommerziellen Verwertung der einstweilen kaum regulierten Netzkommunikation. Diese droht einerseits den traditionellen Zeitungsverlagen und den Journalisten als der zuständigen Berufsgruppe die wirtschaftliche Basis zu entziehen, andererseits scheint sich bei den exklusiven Nutzern sozialer Medien eine Weise der halböffentlichen, fragmentierten und in sich kreisenden Kommunikation zu verbreiten, die deren Wahrnehmung von politischer Öffentlichkeit deformiert.“ (Leviathan 49, Sonderband 37/2021, S.471)

Was aber ist aus kritischer und aufklärerischer, gewerkschaftlicher und antikapitalistischer Sicht dagegen zu tun? Was für Medien brauchen wir? Was ist unterstützenswert und auszubauen?

Die 15. Braunschweig Gramsci-Tage rücken diese Fragen in den Mittelpunkt, bieten Vorträge, Workshops und Diskussionen zu vielfältigen Aspekten des Themas mit Sabine KebirSebastian Sevignani, Mandy TrögerGert HautschOrhan SatEmily Laquer  und anderen.

Die 15. Braunschweig Gramsci-Tage rücken deshalb diese Fragen in den Mittelpunkt, bieten Vorträge, Workshops und Diskussionen zu vielfältigen Aspekten des Themas und laden ein zu fundierter, offener und solidarischer Auseinandersetzung. Umrandet von den wunderbaren musikalischen Akzenten und einem Konzert am Freitagabend mit Isabell Neuenfeldt (Akkordeon).

Die Veranstaltung findet unter den gültigen Hygienevorschriften statt.

Graffiti Braunschweig Alte Markthalle (Foto A. Klepp)

Die 15. Braunschweiger Gramsci-Tage erfolgen in Kooperation der Braunschweiger Initiative für eine andere Politik, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V., dem Deutschen Gewerkschaftsbund Region SüdOstNiedersachsen und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – Bezirksverband Braunschweig.

Aktuelles Programm



 



14. Braunschweiger Gramsci Tage 2020

Zurück zur „Normalität“ oder Transformation in eine sozial-ökologische Gesellschaft?
Erkenntnisse aus der „Corona-Krise“ über den Zustand der kapitalistischen Gesellschaft und politische Perspektiven


Abschlussveranstaltung:
Mittwoch, 09.12.2020   
Die soziale Schieflage in den Corona-Programmen – Wer trägt die Lasten, wer profitiert?
Vorträge, Kulturbeitrag und Abschlussdiskussion – Präsenz- und Onlinekonferenz

Programm mit Kultur und weitere Hinweise zur Durchführung und Anmeldung
…auch als PDF-Datei

Zeit:  18-21 Uhr
Ort: Gewerkschaftshaus Braunschweig, Wilhelmstraße 5, 38100 Braunschweig

5.11.2020      Sozial-ökologische Transformation statt Green New Deal – Mobilitätswende ohne die Rezepte von gestern
mit Manuela Kropp (RLS Brüssel), Oliver Holzhauer (IGM, VK-Leitung VW Braunschweig), Orhan Sat (ver.di Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen), Fridays for Future Braunschweig und Extinction Rebellion Braunschweig
…mehr     (Einladung als PDF-Datei)

18.11.2020    Gesundheit für alle oder Profite für wenige?
Folgerungen aus der Corona-Krise für das Gesundheitssystem
mit Dr. Nadja Rakowitz (Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte) und Antje Pohle (Sprecherin der Vertrauensleute von ver.di im Klinikum Braunschweig)
…mehr    (Einladung als PDF-Datei)
Neu: Präsentation von Nadja Rakowitz zur Veranstaltung


Die erste Pandemie des 21. Jahrhunderts hat der bereits seit Jahrzehnten im Krisenmodus agierenden globalisierten und deregulierten Weltökonomie einen scheinbar externen Schock versetzt. Finanzmittel in ungekannter Höhe werden mobilisiert, um die Folgen des zwangsweisen Stillstands zu mildern, die Potentiale für einen neuen Aufschwung zu sichern und das Rad mit Konzepten einer kapitalistisch motivierten Konversion wieder anzuwerfen. Die Situation wird genutzt, um Strategien wie den „Green New Deal“ der EU und die nächste Stufe der Digitalisierung umzusetzen. Strukturell soll alles beim Alten bleiben.

Damit aber ändert sich lediglich die Basis der kapitalistischen Wertschöpfung, die systemimmanenten Tendenzen der Ausbeutung von Mensch und Natur bleiben bestehen.

Die Strategie der Unterstützungsmaßnahmen zeigt eine Schieflage. Die seit der neoliberalen Wende wachsende sozioökonomische Ungleichheit verstärkt sich weiter. Wer sind die Profiteure dieser Restitution, wer sind die Verlierer, wer trägt die Lasten der Generierung dieser enormen Finanzmittel? Insbesondere im Gesundheitssystem hat die Pandemie gezeigt, wie prekarisierend die überall verbreitete Profitausrichtung für die gesellschaftliche Grundversorgung wirkt.

Die „Corona-Krise“ hat die Krise der globalisierten und deregulierten Weltökonomie drastisch vor Augen geführt. Sie hat breite gesellschaftliche Gruppen in eine existenzbedrohende Situation gebracht. Die zwangsgebremste Ökonomie hat unfreiwillig aber auch einen kurzen Ausblick auf unerschlossene Potentiale für Mensch und Natur eröffnet.

Frank Deppe: „Die Linke war immer gut beraten, wenn sie am Knotenpunkten der politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung an die Öffentlichkeit getreten ist mit der Aufforderung zu einer möglichst breiten Debatte: über Zeitdiagnosen, Aufgabenstellungen, Perspektiven. Ein solcher Knotenpunkt ist gegenwärtig erreicht. Von ‚Transformation‘ ist die Rede. Ob es sich dabei um eine sozial-ökologische Transformation des Kapitalismus oder über diesen hinaus handelt (und wo dabei die Grenzen liegen), ist offen. Ich plädiere für eine erneuerte Sozialismus-Debatte – gerade auch in der gewerkschaftlichen Linken.“

In den Vorträgen und Diskussionen geht es um kritische Gegenwartsanalysen und Perspektiven für eine linke politische Strategie.

Die 14. Braunschweiger Gramsci-Tage tragen der besonderen Situation im Jahr 2020 nicht nur inhaltlich, sondern auch konzeptionell Rechnung. Die Hygieneerfordernisse lassen eine Veranstaltung im gewohnten Format nicht zu. Es finden daher kürzere Einzelveranstaltungen zu thematischen Schwerpunkten mit Präsenz vor Ort und interaktiver Übertragung in das Internet statt. Die Anzahl der Teilnehmer*innen in den Präsenzveranstaltungen ist reduziert.

Drei Veranstaltungen widmen sich folgenden Themen:

5.11.2020      Sozial-ökologische Transformation statt Green New Deal
– Mobilitätswende ohne die Rezepte von gestern
mit Manuela Kropp (RLS Brüssel), Oliver Holzhauer (IGM, VK-Leitung VW Braunschweig), Orhan Sat (ver.di Bezirk Region Süd-Ost-Niedersachsen), Fridays for Future Braunschweig und Extinction Rebellion Braunschweig …mehr

18.11.2020    Gesundheit für alle oder Profite für wenige?
Folgerungen aus der Corona-Krise für das Gesundheitssystem
mit Dr. Nadja Rakowitz (Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte) und Antje Pohle (Sprecherin der Vertrauensleute von ver.di im Klinikum Braunschweig)  …mehr

9.12.2020      Die soziale Schieflage in den Corona-Programmen – Wer trägt die Lasten, wer profitiert?
und Abschlussveranstaltung
Näheres folgt

Zeit: jeweils 18-20 Uhr (9.12.20: 18-21 Uhr)

Ort: Gewerkschaftshaus Braunschweig, Wilhelmstraße 5, 38100 Braunschweig

Flyer zu den Veranstaltungen als PDF-Datei

Die Veranstaltungen werden simultan mit dem Programm Zoom als interaktive Videokonferenz übertragen. Für Online-Teilnehmende wird der Zugangslink nach der Anmeldung übersandt.

Um die Gesundheit aller Teilnehmer*innen zu schützen, gehen wir umsichtig und verantwortlich miteinander um und beachten die jeweils gültigen Bestimmungen zum Schutz vor Corona und das für den Veranstaltungsort geltende Hygienekonzept.

Dazu gehören u.a.:

  • das Führen einer Teilnehmer*innen-Liste
  • das Tragen einer Mund- Nasenbedeckung außerhalb des Sitzplatzes

Menschen, die ungeklärte Grippe-Symptome zeigen oder in Kontakt mit Covid 19-Infizierten gekommen sind, bitten wir von einem Besuch der Veranstaltung abzusehen.

Aufgrund der Beschränkung der Anzahl der Teilnehmer*innen ist eine Anmeldung unbedingt erforderlich.

Anmeldungen
per eMail an gramsci-tage@biap-braunschweig.de

oder postalisch an
BIAP c/o Norbert Kueß
Roonstraße 17
38102 Braunschweig

Die Braunschweiger Gramsci Tage finden seit 2007 jährlich statt. Sie verknüpfen aktuelle Debatten der gesellschaftlichen Linken mit der Vermittlung von theoriegeleiteten Fertigkeiten zur Analyse kapitalistischer Zusammenhänge. In der Tradition von Gramscis Philosophie der Praxis wollen sie einen Raum bieten, in dem sich die Aneignung von Wissen mit der Diskussion theoretischer und praktischer Probleme der Emanzipation von Herrschaft und Unterwerfung paart. Die 14. Braunschweiger Gramsci Tage erfolgen in Kooperation der Braunschweiger Initiative für eine andere Politik, der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen e.V., dem Deutschen Gewerkschaftsbund Region SüdOstNiedersachsen u. der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft – Bezirksverband Braunschweig