Der Militärputsch in Argentinien

Vergessene Verbrechen und deutsche Mitverantwortung

Der Militärputsch in Argentinien, mit dem die Junta Jorge Rafael Videlas ihre Jagd auf Gewerkschafter*innen und Linke, aber auch Homosexuelle, Intellektuelle und alle sonstigen nicht dem Weltbild der argentinischen Rechten entsprechenden Menschen begann, hat sich dieses Jahr zum 40. Mal gejährt. Noch immer sind viele Verbrechen der Militärdiktatur nicht aufgeklärt, noch immer gelten tausende Opfer als „verschwunden“. Doch auch deutsche Konzerne und Behörden waren in die Verbrechen der damaligen Zeit verstrickt – prominenteste Beispiele sind die Deutsche Botschaft in Buenos Aires und Daimler-Benz. Daimler sabotiert bis heute die Aufklärung der Kollaboration seiner Werksleitung bei Mercedes-Benz Argentina mit dem Verhör- und Foltersystem der Videla-Junta. Vor allem aktive Gewerkschafter*innen und Betriebsräte bei Mercedes-Benz Argentina wurden damals verschleppt. Von 16 von ihnen fehlt bis heute jede Spur.

Der Schweizer Historiker und Publizist Alexander Hasgall berichtet seit Jahren aus und über Argentinien und arbeitet gerade an einem Buch über die jüngere argentinische Geschichte und ihre Wirkungen auf die Gegenwart. Er wird über den gesellschaftlichen Kontext des Putsches, die Zeit der Militärdiktatur, ihr Ende und die Folgewirkungen der Geschichte auf die heutige argentinische Gesellschaft informieren. Auf den Fall Mercedes-Benz-Argentina wird in der Veranstaltung gesondert eingegangen.

Dienstag, 14.06.2016 um 19:00 Uhr im Gewerkschaftshaus Braunschweig, Wilhelmstr. 5

Eine gemeinsame Veranstaltung von: Braunschweiger Initiative für eine andere Politik (BIAP), Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen und DGB Süd-Ost-Niedersachsen.